Anleitung für Ihre erfolgreichen Aussaaten

Aussaat-Tipps

Infobrief Januar

Wie geht die Aussaat ?

Infobrief Januar: Aussaat-Tipps


Warum eigentlich Aussaaten ?
Bei einer Aussaat erlebt man den gesamten Lebensablauf einer Pflanze direkt mit. Man hat Kontrolle über das Ergebnis und kann selbst beeinflussen was und wie die Pflanze kultiviert und geerntet wird. Aussaaten sind relativ preiswert und effektiv. Man kann schnell mal eine große Menge an Pflanzen anziehen und dabei zuschauen, wie die Natur funktioniert, etwas heranwächst und uns wundervolle Ernten und blühende Beete schenkt. Sie verschönern Ihren Garten mit herrlichen Blumenbeeten und erfreuen damit nicht nur sich, sondern auch die wertvolle Insektenwelt, die wir unbedingt erhalten müssen, insbesondere die Bienen und dafür gibt es eine Vielzahl an Saatgut auch an meinem Stand.
Welche großen Vorteile bringt die Kultur im eigenen Garten ?


Wie lecker selbst gezogenes Gemüse schmeckt und wie gesund es ist, wenn man weiß woher es kommt, kann sicherlich jeder von Ihnen bestätigen. Entscheidend ist auch, das Sie mit organischer Düngung und ohne Pestizide im eigenen Garten kultivieren und alles Gemüse nur bei Vollreife ernten, weil Sie ja nur einen kurzen Weg zur Küche haben. Jeder der schon einmal Erbsen frisch vom Strauch gegessen hat, kennt den Unterschied zur Dosenkost. Der wichtigste Grund ist jedoch die Auswahl besonders geschmackreicher Saatgutsorten. Hiermit bestimmt man das optimale Geschmacksziel von Anfang an. Besonders wichtig ist es meines Erachtens auch, mit Kindern z.B. Gemüse anzuziehen, um Ihnen den Werdegang ihrer Nahrung zu verdeutlichen.


Was sollte man vor der Aussaat beachten?
Die richtigen, für die eigenen Ziele passenden Arten und Sorten auswählen. Die Lage berücksichtigen, die Bodenverhältnisse beachten. Was wächst wo am Besten—habe ich einen schweren Lehmboden, oder einen leichten durchlässigen Sandboden ?
Informationen dazu stehen in der Regel auf den Samentüten, oder man lässt sich vom Fachmann vor Ort z.B. auf einer Gartenausstellung beraten.


Was wird benötigt ? 
1. Das richtige Saatgut aussuchen, hoch keimfähig sollte es sein (Datum auf den Tüten gibt Aufschluss darüber)
2. Saubere oder neue Aussaatschalen benutzen, Hygiene ist wichtig
3. nur Aussaaterde oder Kakteenerde kaufen
4. Pikierstab bei großen Samen benutzen, verhindert beim Pikieren das Abknicken der Sämlinge
5. kleines Erdsieb für Dunkelkeimer kann man gut gebrauchen, um das Saatgut fein mit Aussaaterde zu übersieben
6. Ich empfehle Folie oder Glas zur Abdeckung um die Feuchtigkeit in der Saatschale zu halten
7. kleine Gießkanne mit feiner Brause bereithalten zum feinen angießen der Aussaat
8 . Evtl. Sprühflasche mit Wasser für eine feine Bewässerung kleiner Saaten


Wann und wo wird ausgesät ?
Grundsätzlich hängt dies vom Zeitpunkt ab.


Ab Februar bis März wird im Hause oder im beheizten Gewächshaus in Saatschalen oder Töpfen ausgesät. Die Pflanzgefäße müssen unbedingt innen und außen sauber sein um Probleme mit Bakterien und Pilzen zu vermeiden, die eine erfolgreiche Aussaat verhindern können.

Als Aussaatsubstrat sollte nur gute Aussaaterde gewählt werden. Diese ist für die meisten Aussaaten optimal, nicht zu viel Nährstoffe für kleine Sämlinge wie zB Löwenmaulsaat und nicht zu wenig für starke Sämlinge wie zB Kürbissamen.
Kompost eignet sich nicht gut für Aussaaten, da es in dem Kompostsubstrat nur so von Bakterien und Pilzen wimmelt. Für die darin außerdem enthaltenen Kleinstlebewesen ist eine frische Aussaat immer eine Delikatesse. Verpilzung und Schimmel sind ebenfalls schädlich für die Aussaat.
Die Aussaattemperaturen im gewählten Anzuchtsraum sollten den optimalen Anforderungen der gewählten Saat entsprechen. Die optimale Aussaattemperatur und Saattiefe beachten. Hinweise dazu erfragen oder auf der Samentüte nachlesen.


In den Monaten April bis Mai kann auch in das unbeheizte Gewächshaus, wenn vorhanden, in das Hochbeet mit Abdeckung aus Glas oder Doppelstegplatten oder in das Mistbeet im Frühbeetkasten ausgesät werden.


Alle anderen Saaten werden ab Mitte Mai nach den Eisheiligen direkt ins Beet oder Hügelbeet gesät. Dieser Zeitpunkt ist traditionsgemäß perfekt, da ab diesem Zeitpunkt keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind und die Bodentemperatur ausreichend warm genug ist zB auch für die Bohnenaussaat.


Welche Aussaattypen gibt es beim Saatgut ?
Grundsätzlich gibt es die Unterschiede aufgrund der unterschiedlichen Größe des Saatguts und den optimalen Kulturbedingungen jeder Pflanzenart und deren Herkunftsstandorten. Was ist noch zu beachten: Es gibt z.B.


Lichtkeimer. Diese  werden nur auf die Oberfläche des Substrats gesät und nur leicht angedrückt. Am Wichtigsten ist die Bewässerung der Aussaat, nicht zu viel und nicht zu wenig.  Das richtige Augenmaß ist dabei wichtig und ein bisschen Erfahrung kann nicht schaden. Abgedeckt werden Lichtkeimer sinnvollerweise mit einer Folie, Glasplatte oder durchsichtigen Doppelstegplatten. Diese schützen die Aussaaten vor Austrocknung. Wenn die Sämlinge gleichmäßig 2-3 cm hoch sind, wird die Abdeckung entfernt.  Wenn die Sämlinge kräftig und groß genug sind werden sie pikiert bzw. in kleine Töpfe umgesetzt. Danach werde sie später ins Freie gepflanzt. Lichtkeimer sind zB alle Mohnarten, Fingerhut, Löwenmaul, Portulakröschen, Petunien, Schleierkraut und andere sehr kleine Samen. (Anschauungsmaterial/Tüten zeigen)


Dann gibt es noch die Dunkelkeimer. Wie der Name schon sagt benötigen sie für die Keimung eine Erdschicht als Abdeckung,  Es handelt sich in der Regel um größere Samenkörner und Arten, die eine natürliche wachsartige Ummantelung besitzen, wie zB alle Veilchen und Stiefmütterchen, große Samen wie zB. Kapuzinerkresse, Sonnenblumen, Ringelblumen und einige tropische Saaten., zB Palmen, Ravenala oder Strelitzien. Diese müssen erst einmal viel Wasser bekommen, bevor die Keimung einsetzen kann. Die Aussaattiefe gewährleistet zudem auch die gute Standfestigkeit der Jungpflanzen.


Kaltkeimer kommen aus kühleren Klimazonen und müssen dort auch bei geringeren Temperaturen von 10-15 Grad C keimen, da sonst keine Keimung erfolgen kann und somit ein Wachstum dort gar nicht möglich wäre. Diese Arten sind an den Standort angepasst. Die Aussaaten müssen gut feucht gehalten werden, jedoch ohne das Staunässe entsteht. Da dort der Sommer oft kurz ist, müssen die Pflanzen hier zügig wachsen und blühen. Das sind einjährige Sommerblumen und einige winterharte Pflanzen, wie zB Akelei, Rittersporn, Nemophila, Limnanthes, Clematis, etc.


Frostkeimer. Auch hier sagt es der Name schon. Sie stammen aus Höhenlagen in frostiger Atmosphäre. Hier ist die Kulturperiode in der Regel kurz und es muss schnell gehen. Die Saat benötigt unbedingt Frost zur Keimung. Dies kann man leicht in der Tiefkühltruhe erreichen. Einfach die Samentüte zur Vernalisation/ Winterimpuls für 2 Wochen bei -18 Grad C in die Kühltruhe legen. Danach wird wie gewohnt ausgesät und die Keimung setzt dann teilweise erst nach Monaten ein. Immer durchgängig feucht halten. Beim Enzian kann die Keimung auch schon mal ein Jahr dauern. Hierbei ist Geduld gefragt.


Heißkeimer kommen meistens aus Australien oder Südafrika. Hierzu gehört auch zB auch die Thysanotus Pflanze, Banksia, Grevillea, um nur ein paar zu nennen. Das Saatgut dieser Pflanzen benötigt am Naturstandort wie in dem Fall Australien in der Regel einen Buschbrand, damit die harten Samenkapseln überhaupt aufspringen und sich vermehren können. Die Temperatur muss mindestens 70 Grad C erreichen, bevor es zur Keimung kommen kann.  Regenschauer die dann einsetzen sorgen dann auf dem heißen Boden für perfekte Aussaatbedingungen diese heißer Gewächse. Dann erst können sie wachsen und blühen.


Zum Schluß die Schwerkeimer wie zB Erdbeeren. Sie liegen lange im Saatbeet, bis sie keimen. Diese stammen meistens aus stark schwankenden Klimaverhältnissen und der Samen „wartet ab“ bis die optimale Temperatur für einen längeren Zeitraum vorliegt, damit die erfolgreiche Keimung stattfinden kann. Die Keimdauer kann 20-50 Tage dauern.